Deutsche Triathlonjugend in der Deutschen Triathlon Union e.V.

Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

Das Thema der sexualisierten Gewalt ist spätestens seit den Vorkommnissen in der katholischen Kirche – Stichwort Odenwald-Schule – ein viel beachtetes und stark diskutiertes Thema. Vereinzelt tauchen immer wieder Meldungen aus dem Bereich Sport auf, in denen von Übergriffen durch ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen auf Jugendliche und Kinder berichtet wird. Selbst wenn die Anzahl an Meldungen weitestgehend überschaubar ist, so bleibt stark anzunehmen, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt. Hinzu kommt, dass viele Betroffene erst mehrere Jahre nach der Tat ihr Schweigen brechen.

Dabei ist der Bereich der sexualisierten Gewalt sehr weitreichend und vielseitig. So lassen sich bereits einzelne Verhaltensweisen bzw. Ausdrücke gewissen Formen der sexualisierten Gewalt zuordnen.

 

Hier geht es zur Anmelung zum Thementag.

Warum nimmt sich die Deutsche Triathlonjugend diesem Thema an? Als Jugendorganisation eines Spitzensportverbandes ist der Deutschen Triathlonjugend das regelmäßige Sporttreiben von Kindern und Jugendlichen unter fachlicher Anleitung in Vereinen ein starkes Anliegen. Mit der Aufklärung und Thematisierung der sexuellen Gewalt im Sport wollen wir jedoch nicht nur Kinder schützen helfen; vielmehr wollen wir Eltern Vertrauen in die Vereinsarbeit vor Ort schenken sowie den handelnden Akteuren im Kinder- in Jugendtraining sowie deren Vereinsvorständen eine gewisse Sicherheit im Umgang mit der Problematik an die Hand geben. Um einer Verunsicherung seitens Eltern oder Vereine Rechnung zu tragen, möchte die Deutsche Triathlonjugend mit dem nachfolgenden Angebot für Aufklärung sorgen.

Generell steht im Sport die Körperlichkeit im Mittelpunkt des Interesses. Erst recht im Triathlon. Kinder und Jugendliche bedürfen – im Vergleich zu Erwachsenen – einer anderen Art der Ansprache und der Trainings-Atmosphäre. Die Trainingsstätte sollte dabei als ein Ort der Sicherheit/des Vertrauens und des Ausprobierens verstanden werden, um entsprechende Trainingsziele und Leistungen bei den Sportlern hervorrufen zu können. Vielmehr als in anderen Lebensabschnitten rücken dabei ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen – gewollt oder ungewollt – in die Rolle einer Vertrauensperson. Dies bietet auf der einen Seite Chancen, um evtl. über Missstände und Probleme von Kindern zu erfahren, auf der anderen Seite birgt dies Gefahren, da potentielle Täter diese Vertrauensbindung bewusst suchen und diese für ihre Absichten nutzen!

Mehr denn je müssen sich Vereinsstrukturen im Sport dessen bewusst sein und darauf einstellen. Dies bedeutet, dass neben der Vereinsführung auch ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen ihre Aufgabenfunktion überdenken bzw. ihre Handlungsweisen und die damit verbundenen Wirkungen beleuchten. Zudem ist damit zu rechnen, dass entsprechend kritische Fragen besorgter Eltern an sie herangetragen werden. Dies bietet wiederum Vereinen Chancen, sich anzupassen und innerhalb der eigenen Struktur weiterzuentwickeln. Das kann zukünftig als Qaulitätsmerkmal gegenüber anderen Vereinen durchaus von Bedeutung sein. Denn nur ein verantwortungs- und respektvoller Umgang mit jungen Menschen kann langfristig zum Erfolg Aller führen!