Pionierarbeit in Niedersachsen

Eine Menge guter Ideen, viel Energie und ein wenig Mut gehörten dazu, damit sich das erfolgreiche Nachwuchskonzept des Triathlon Verbands Niedersachsen in ganz Deutschland durchsetzen konnte.

Bereits Mitte der 90er-Jahre sah der Triathlon Verband Niedersachsen (TVN) seine Zukunft im Nachwuchs. Der Landesverband war damals Vorreiter in den Bereichen der Nachwuchsarbeit mit umfangreichen altersgerechten Schülerserien, einer umfassenden Trainer-C-Ausbildung mit den Schwerpunkten des Kinder- und Jugendtrainings, vielen Feriencamps, ersten Klassenfahrten, der Gründung des Nachwuchstrainerrats, zahlreichen Lehrerfortbildungen, Kooperationen mit den Schulen und schließlich dem Konzept der Triathlon-Schülertour mit der weltgrößten Triathlonschulveranstaltung in der Wingst mit mehr als 3.500 Starts.
Seit vielen Jahren trägt das Präsidium des Triathlon Verbands Niedersachsen die Entwicklung der Nachwuchsarbeit mit all den unterschiedlichen Erscheinungsformen, allen voran TVN-Präsident Michael Bertschik. Seit der ersten Wingster Veranstaltung entstand ein regelmäßiger Kontakt zwischen dem damaligen DTU-Präsidenten und dem Ideengeber Heino Grewe-Ibert, der dahin mündete, dass Grewe-Ibert seit 2004 den ganzheitlichen niedersächsischen Ansatz auf Bundesebene übertragen hat und nun als Jugendbildungsreferent und Jugendsekretär hauptberuflich für die Entwicklung der Kinder und Jugendarbeit in allen 16 Bundesländern verantwortlich ist. Eine der ersten Amtshandlungen war die Organisation der bundesweiten Triathlon-Schülertour im Jahr 2005.

Kinder brauchen Bewegung

Bewegungsabläufe und -handlungen sind immer auch soziale Prozesse. Jungen und Mädchen trainieren im sportbetonten Unterricht gemeinsam, sie lernen voneinander, ergänzen sich und haben durch vielfältige Formen der Staffelwettbewerbe besondere Gruppenerlebnisse. Im Rahmen unseres Konzepts stehen neben den Einzelstarts im Triathlon ganz besonders die Staffelstarts, in denen Jungen und Mädchen gemeinsam eine Strecke in Angriff nehmen, an erster Stelle. Hier fördern wir den Teamgedanken. Gerade die Sportart Triathlon unterstützt die Bewegungsvielfalt und Kreativität der Kinder. Vieles spricht dafür, dass Bewegung auch einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Intelligenz hat. Kinder, die sich in Spiel und Sport bewegend, tanzend, springend und wandernd erfahren und erleben, entwickeln größere Einflüsse auf die Entfaltung der kognitiven Fähigkeiten als Kinder, die die Welt und die Dinge um sich herum passiv aufnehmen.

Bewegung und Ernährung die richtige Mischung dieser beiden Faktoren ist die wichtige Grundlage für unsere Projekte. Dieses Gleichgewicht wollen wir fördern: Die Balance zwischen ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung muss stimmen. Hierzu bietet die Deutsche Triathlonjugend Multiplikatorenschulen und Ausbildungsblöcke an, um die fachlichen Inhalte zu vermitteln, die notwendig sind, um im Alltag dieses Gleichgewicht wiederherzustellen. Mit unseren Projekten wollen wir auch die Kinder erreichen und fördern, bei denen das Gleichgewicht nicht mehr stimmig ist. Wir wollen Anreize geben umzukehren zu einer gesunden Lebensführung mit ausreichend Bewegung. Doch dazu benötigen wir Partner aus Elternhaus und Schule, die als Leitfiguren und Vorbilder auftreten, um Kinder zu ermutigen und unser Konzept nicht nur theoretisch vertreten, sondern glaubwürdig in die Praxis umsetzen und vorleben.

Triathlon als Einstieg

Das Interesse junger Menschen an einer aktiven Freizeitgestaltung durch Sport muss gefördert werden. Besonders die Ausdauersportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen haben einen Zuwachs zu verzeichnen. Kinder sollen nicht zu Triathleten erzogen werden, aber unsere Sportart ist ein idealer Einstieg, um ihnen neue Bewegungswelten und -formen aufzuzeigen und zu ermöglichen. Ein Einstieg in den Sport fällt somit leichter. Das Training ist vielseitig, abwechslungs- und variantenreich. Triathlon trainiert die Muskulatur und die körperliche Fitness umfangreicher als andere Ausdauersportarten. Durch gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen werden muskuläre Dysbalancen beseitigt und die Belastungstoleranz und die Fähigkeiten der Bewegungsorgane gesteigert. Triathlon in der Halle und in der Natur, kombiniert mit allgemeiner Athletik, spielerischen Elementen und Förderung des natürlichen Bewegungsdrangs junger Menschen, bildet eine Einheit und ist eine besondere Herausforderung für Eltern, Pädagogen und Trainer.

Triathlon kennen lernen und erleben ist ein Abenteuer, eine Herausforderung und ein gemeinsames Erlebnis für junge Menschen. Zum Selbstverständnis unserer Arbeit gehört natürlich die enge und kooperative Zusammenarbeit mit den Jugendvertretern der jeweiligen Landesverbände im Sinne einer Netzwerkbildung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Spitzenverbänden ist für uns ebenso selbstverständlich wie die Partnerschaften mit Schulen, Behörden und Vertretern der Kultusministerien.